Brillante Trommelwirbel – Beitrag aus dem St.Galler Tagblatt

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Hoch konzentriert und mit grosser Präzision spielte der Tambourenverein am Sonntag im Fürstenlandsaal. (Bild: Urs Jaudas)

Hoch konzentriert und mit grosser Präzision spielte der Tambourenverein am Sonntag im Fürstenlandsaal. (Bild: Urs Jaudas)

GOSSAU. 800 Besucher erlebten am Sonntag die Faszination des Trommelns, gepaart mit feinen Claironklängen. Der Tambourenverein Fürstenland lief wieder zur Höchstform auf.

RUDOLF KÄSER

Das schöne Wetter hinderte die Besucher nicht daran, am Sonntag in Scharen in den Fürstenlandsaal zu pilgern. Der gute Ruf des in diesem Jahr 80 Jahre alten – oder gemessen am Spiel jung gebliebenen Vereins – hat sich längst herumgesprochen. Was beim Jahreskonzert geboten wurde, genügte höchsten Anforderungen. 65 Jungtambouren, Aktive und Claironisten zauberten Werke auf die Bühne, welche die Zuhörer mehrmals zu Begeisterungsstürmen hinrissen.

Fünf Dirigenten in 80 Jahren

Die Aktiven, in den schmucken, nur bei besonderen Anlässen hervorgeholten historischen Paradeuniformen, liefen zur Höchstform auf. Immer wieder war ein «wunderbar» oder «phantastisch» im Publikum zu hören.

80 Jahre sind im Tambourenverein ein triftiger Grund, um zu feiern. Allein schon wegen der zahlreichen Erfolge, darunter Schweizer-Meister-Titel an Eidgenössischen Tambourenfesten. Präsident Kurt Heim verwies zudem auf die Kontinuität, welche den Verein auszeichnet. «In 80 Jahren wurden wir erst von fünf Dirigenten geleitet.» Heim wusste auch eine Anekdote aus dem Jahr 1936 zu erzählen. «Damals wollte die Behörde die Jugendgruppe mit der Begründung auflösen, Trommeln schade dem Lernen.» Auch der aktuelle musikalische Leiter Roman Lombriser scheint sich trotz immensem Aufwand wohl zu fühlen. Er wirkt seit 1996 ununterbrochen beim Tambourenverein. Was hält ihn so lange? «Wir sind alles Amateure und machen das unentgeltlich. Da zählt insbesondere auch die Kameradschaft.» Und Heim ergänzte: «Der Verein wächst stets von klein auf, da wir gezielte Nachwuchsförderung betreiben.»

Nachwuchs steht in erster Reihe

Der Nachwuchs stand am Sonntag oftmals in der ersten Reihe. Selbst die Jüngsten, welche erst seit sieben Monate üben, gaben eine Kostprobe ihres Könnens. Nicht weniger als drei Uraufführungen kündigte der aktive Trommler Erwin Schmid an. Dabei präsentierte sich das Stück «Parampampoli», ein Höchstklass-1-Stück, besonders feurig. Auch diese Trommelakrobatik wurde bestens bestanden.

Trommelakrobatik für Japan

Dass intensive Vorbereitung und Konzentration für Trommler und Claironisten unabdingbar sind, wurde auch im Schlussteil deutlich. Die Fürstenländer entführten mit den imposanten Kodo-Trommeln musikalisch nach Japan, auf die Insel Hokaido. Die Tambouren bewiesen dabei höchste Konzentration und vollbrachten grosse Kraftanstrengungen. Eine Besucherin staunte über dieses Spektakel: «Einfach wahnsinnig.» Auch Roman Lombriser freute sich: «Mehr kann man von Amateuren in der Tat kaum erwarten.»